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Mittwoch, 11. Juli 2012

Lahemaa, Estonia, Abschied






Der Lahemaa Nationalpark hat sich mit dem Sonnenuntergang zum Abschied nochmal Mühe gegeben. Die See war so ruhig, dass ich mein Boot am liebsten wieder vom Dach geholt hätte, aber es soll ja nun weiter gehen nach Tallinn, also zügele ich mich. Aussserdem ist es fast elf Uhr, nicht ganz die ideale Zeit für einen Paddeltörn. Ich habe das Gefühl ich werde wieder kommen.











Dienstag, 10. Juli 2012

Lahemaa, Estonia, Sehenswürdigkeiten

Auch hier in der Umgebung gibt es einige schöne von Menschen geschaffene Dinge zu entdecken. So habe ich auf einem Ausflug das Gut Kolga und Palmse Mois besucht. 

Besonders beeindruckt hat mich die Größe des Herrenhauses in Kolga. Leider ist der bauliche Zustand sehr schlecht, wie man sieht. Der Großteil der Anlage ist bereits verfallen, aber die Atmosphäre von etwas großem, leider vergangenem, hängt immer noch in der schwülen Sommerluft. Ich liebe es in dieses Gefühl einzutauchen und kann mich dem nur schwer entziehen. Es rührt immer aufs Neue etwas in mir und es fällt mir schwer wieder zu gehen.
























Ganz anders beim Palmse Mois. Es wurde während der ganzen Sowietzeit in Schuss gehalten und gepflegt. Es fehlt ihm allerdings an der romantischen Ausstrahlung der vergangenen Zeiten, es ist alles zu perfekt und schrecklich überlaufen. Man gewöhnt sich so schnell an die Einöde, dass man sich schnell von größeren Menschenmengen gestört fühlt. Für das gegenseitige sich auf die Füsse treten auch noch 6,- Euro zu bezahlen hat mich von einer eingehenderen Besichtigung abgehalten.




Viel schöner ist es dann aber doch in der Natur. Ivica hat freundlicherweise wieder an mich gedacht und hat mich mit ihrem Mann und den beiden Kindern auf einen Ausflug zum nächstgelegenen Hochmoor geschickt. Jürg hatte bereits von seinem spröden Charme berichtet.





Die Landschaft ist einmalig und das intensive Erleben der Natur ist Balsam für die Großstadt-Seele. Der Pfad ist wohl so etwa 4,2 km lang und führt auf Bohlen durch das Hochmoor. Das Wetter hat sich etwas gebessert und nach kurzer Zeit muss ich mein langes T-Shirt wieder ausziehen, es ist einfach zu heiss. Leider haben wir vergessen Badesachen einzupacken, es gibt tatsächlich auch einen See zum schwimmen. Aber wenn ich ehrlich bin wäre ich in die braune Brühe wohl eher nicht so gerne reingesprungen. 







Als wir am Ende des Holzbohlenweges angekommen sind stellen Jonek und ich mit Erschrecken fest, dass der Weg zurück zum Auto nochmal so lang ist... und das bei der Hitze und mit den beiden Kleinen im Schlepptau. Ich habe mich heroisch geopfert und bin  alleine zurück zum Wagen gelaufen, da die Kinder wahrscheinlich viel zu kaputt gewesen wären. Somit hatte ich also im Anschluss an den schönen Spaziergang noch einen gemütlichen kleinen Gewaltmarsch zum Parkplatz.


Blick vom Aussichtsturm

Ich freue mich sehr über euer reges Interesse an meinem Blog, für Anregungen, Wünsche und Tips wäre ich dankbar. Und für alle denen ich es noch nicht persönlich berichtet habe (viele dürften es nicht mehr sein) ich habe auch einen Leser in Indien, sagt meine Statistik. Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass er sich nur zufällig auf meine Seite verirrt hat.
 

Käsmu Meeresmuseum II, Lahemaa, Estonia


Blick aus dem "Russian Tea Room"
Ich bin ja wirklich kein großer Fotografeur, aber bei den liebvollen Arrangements die Aarne in seinem kleinen Meeresmuseum in Käsmu aus allerlei zusammen getragenen Erinnerungsstücken aufgestellt hat braucht man das auch gar nicht zu sein.

Hier sind wir zusammen mit den neu gefundendenen Weggefährten für einen formidablen Lunch eingekehrt. Sehr leckerer frisch geräucherter Lachs, der ja eigentlich nicht so meins ist, mit noch viel leckererer Sosse, hmmm. Und das Ambiente erst.












Segeltuch Nähmaschine


Für die Bilder heisst es, einfach abdrücken, denn Aarne hat mit sicherer Hand und viel Geschmack eine tolle Parallelwelt irgendwo zwischen Heute und Morgen, Wahrheit und Phantasie in seinen Räumen geschaffen, bei denen es sich um die ehemalige russische Grenzwachstation handelt. Immerhin verlief dort dereinst die westliche Grenze des russichen Imperiums. Der einzige Zusammenhang den es zwischen all den angehäuften Exponaten gibt ist der Bezug zum Meer.








reichlich Kram

Um aber die Geschichten die sich um sie ranken in ihrer ganzen Fülle wieder zu geben muss man wohl ein geborener Geschichtenerzähler sein. Aarne scheint das Geschichten erzählen im Blut zu liegen. Er lässt jeden daran teilhaben der ihn besuchen kommt. Die Türen des Museums stehen immer offen, ein Teil seiner Energie zieht es sicherlich aus den spontanen Begegnungen die darin stattfinden. 










ehemaliges Schlafzimmer eine Kapitänsfrau
Sie erscheint zum Teil fast greifbar, dann wieder ganz weit weg, denn letzlich liegt es in einer für unsere Begriffe sehr abgelegenen Ecke der Welt. Und  doch kann man man einem Tag eine Australierin mit einem Kanadier, einem Italiener und einem Inder zusammen in dem von Aarne gezimmerten Wikingerboot antreffen. Was sie dahin verschlagen hat weiss der Himmel, aber ich bin ja auch da und in Frage stellen will ich das nicht.









Da mir die Eindrücke noch immer durch den Kopf schwirren lade ich noch ein paar der schönen Fotos hoch und hoffe sie gefallen euch auch. Das Licht ist so anders als bei uns und die Farben haben eine ganz andere Intensität.





nachgebautes Wikingerschiff
ausrangiertes Fischerboot

Montag, 9. Juli 2012

Vösu, Lahemaa, Estonia, Blues

Die schönen Tage sind vorbei, der Regen ist wieder gekommen.
Die netten Bekanntschaften sind abgereist, meine Stimmung ist gedrückt.
Vorgestern noch haben wir noch in großer Runde Ivicas Geburtstag gefeiert und nun sind alle weg. Fühlt sich an wie der typische Neujahrskater.

Nach einer kleinen Tour durch die Bucht bin ich grad rechtzeitig um halb drei zurück gewesen um alles wetterfest zu verpacken und dann kam der Regen. Den hatte ich nicht bestellt! Wie ich es trotzdem geschafft hab mir an diesem Tag einen Sonnenbrand einzufangen ist mir schleierhaft. Das passt natürlich hervorragend zu meiner eh schon gedrückten Stimmung. Ich sitze also schön maulig zu Hause rum... und finde alles doof. Aber irgendwie hilft es wieder Pläne zu machen, an Aufbruch zu denken, Neues zu suchen.

Wie mein freundliches Glücksorakel gestern weise zu mir sprach: "In jedem Abschied liegt ein Neuanfang". Und da ich an so einen Quatsch nicht glaube, frage ich mich etwas verwundert woher es wohl wusste, dass gestern alle abgereist sind.

Käsmu Lighthouse
Ivica besteht immer noch vehement darauf dass ich für einen Monat bleiben soll und meine Lieblings-Siebenbürgener kommen am nächsten Wochenende aus St. Petersburg zurück, aber ich glaube solange kann ich die innere Unruhe nicht bezwingen.

Meine Gefühle sind ambivalent. Vermutlich sehne ich mich nach fast sieben Wochen reisen schon nach ein wenig Beständigkeit und lasse mich gerne weiter ein, aber letztlich weiss ich ja, dass ich weiter ziehen muss und will. Wie heisst es noch? Man soll aufhören wenn es am schönsten ist.

Am Dienstag gibt es ein Jazzkonzert im Meeres-museum, das werde ich mir wohl nicht entgehen lassen. Mal sehen wie es dann weiter geht.


Langsam klart der Himmel auf, vielleicht wird es doch noch ein schöner Tag?



Dienstag, 3. Juli 2012

Käsmu Meeresmuseum, Estonia



Zu sagen gibt es eigentlich nicht viel, man muss die Bilder ein bisschen auf sich wirken lassen. Mir hat es sehr gut gefallen.

Mittwoch, 27. Juni 2012

Streckenführung, Lahemaa Nationalpark, Estonia


So, da bin ich also jetzt angekommen. Laheema Nationalpark, kurz vor dem nördlichsten Punkt von Estonia, in Vösu. Ich bin schon einige Tage an diesem wundervollen Plätzchen, aber zu meiner großen Freude hat es heute endlich mal einen Regentag. Ich schaffe es sonst einfach nicht vor dem Rechner zu sitzen und die herrliche Umgebung zu ignorieren.

Nachdem ich ja die ersten Tage in Estland nicht allzu großes Glück mit den Leuten und dem Land hatte, trifft es mich hier dafür umso besser.  Ich habe einen sehr schönen Campingplatz gefunden (www.lepispea.eu), der an einer noch schöneren Bucht liegt, mit noch viel netteren Menschen, die ich hier kennen gelernt habe. Ich konnte auch meinen ersten Eindruck vom Volk der Esten revidieren, bzw. die Menschen die ich hier getroffen habe haben es getan. Soviel Hilfsbereitschaft und Offenheit habe ich selten erlebt und so fällt es auch schwer hier Abschied zu nehmen. Zum Glück muss ich das ja auch noch nicht, ich bleibe einfach noch ein paar Tage hier.



Am Freitag abend war ich mit Ivica, der Inhaberin des Campingplatz zum Essen aus  und als wir wieder zurück kommen ruft mir eine Dame über den ganzen Platz zu. Sie fragt ob ich Tina wäre - auch anderen passieren diese kleinen Namens-Verwechslungen - und sagt mir, dass man mich suchen würde. Das war natürlich recht spannend und etwas strange. Als ich in ihre Richtung schaue sehe ich aber auch schon das kleine rote Zelt und denke mir, da ist Sigrid bestimmt in der Nähe. An meinem Womo erwartet mich dann auch schon ein keiner Brief und Sigrid ist auch nicht weit. 


Wir freuen uns beide uns wieder zu sehen. Für den nächsten Abend planen die obligatorische Grillparty. Im Laufe des nächsten Tages verselbstständigt sich der Plan und gen Abend sind wir dann schon zu siebt. Sigrid ist dann am Sonntag morgen nach einem gemütlichen gemeinsamen Frühstück weiter gefahren Richtung St. Petersburg. Vielleicht treffen wir uns in Helsinki wieder, das ist der nächste Treffpunkt unserer beider Routen. Bis jetzt hatten wir immer gutes Timing, auch ganz ohne Verabredung.




Gestern (welcher Tag es wohl gewesen ist?!?) habe ich eine ganz tolle Paddel-Tour über die Bucht gemacht. Ich war etwas über 4 Std. unterwegs, was ich heute noch schmerzlich in den Armen fühlen kann. Tippen ist also für diesen Tag das Höchste der Gefühle...obwohl, die Sonne kommt schon wieder raus, vielleicht muss ich doch noch aufs Wasser.