Dienstag, 5. Juni 2012

Malbork, Marienburg, Polen

29.-31.5.12

Weiter gehen sollte es mit Sopot bei Danzig. Als ich zuletzt da war, vor etwa zehn Jahren, hat es mir sehr gut gefallen. Ein Abstecher nach Danzig wäre sicherlich auch drin gewesen. Der Weg dahin - beschwerlich.
Wenn ich das auf und ab der Holperstraßen dazu rechne komme ich bestimmt auf die doppelte Kilometeranzahl. Auch das Navi scheint inzwischen beledigt, es sagt sehr beharrlich immer wieder den einen Satz:"Bitte drehen Sie bei nächster Gelegenheit um". Das wäre ja noch schöner, ich hör doch nicht auf eine Maschine, das geht auch so!
Als ich den Campingplatz endlich gefunden habe, diesmal war ich glücklicherweise früher dran und hätte noch Zeit für einen schönen Stadtrundgang gehabt, musste ich feststellen, dass er leider geschlossen ist.

Schade um die schönen Pläne, aber manchml ist das eben so... Ich entschließe mich kurzerhand Marlbork wieder ins Programm auszunehmen. Eigentlich hatte ich die Besichtigung der Marienburg ja schon von der Liste gestrichen, aber ein Blick auf die Landkarte zeigt mir, dass es in der Zeit bis zum Abend gut zu erreichen ist und ich bin mir sicher, dass der Campingplatz an dem Schloss ganzjährig geöffnet ist.

Der größte Backsteinbau Europas
Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass ich doch noch da gewesen bin. In den letzten zehn Jahren hat sich einiges getan. Es wurde und wird ständig fleißig renoviert und restauriert. Es gab viele neue Räume zu bestaunen und Altes wieder zu sehen.


Und das alles bei herrlichem Wetter. Nach meiner Ankunft bin ich erstmal in die Stadt gezogen um noch etwas zu essen einzukaufen. Es gibt dort inzwischen in der Tat einen Mc Donalds, gruselig. Aber für mehr als ein halbes Brot und zwei Piwo reicht die Zeit dann nicht mehr, hier schließen die Geschäfte noch um sechs. Ich bin erschöpft von der Fahrt, die ja viel länger gedauert hat als gedacht, und gehe früh ins Bett. Ich plane zwei Nächte zu bleiben um mich von den nervlichen Strapazen der letzten beiden Tage zu erholen, also habe ich keine Eile.



Morgens ging ich dann über die Brücke Richtung Stadt um mir was nettes zum Frühstück zu besorgen. Die Burg hatte schon geöffnet und irgendwie wurde beim Anblick der eintreffenden Schulklassen schnell klar, dass der Andrang eher mehr als weniger werden würde. Also habe ich mich entschieden die Besichtigung zuerst zu machen, solange man sich in der Burg noch nicht gegenseitig auf die Füsse trat. Tja, hätte ich man was zum essen oder trinken eingepackt... Die sehr gut gemachte Audio-Führung dauerte etwa drei Stunden. Auf nüchternen Magen hatte sie allerdings einige Längen.




Und dann, ganz unten im Keller der Burg habe ich sie dann endlich gefunden.

- Die Mücke im Bernstein -

Der Grund warum ich überhaupt ins Baltikum aufgebrochen bin. Ist vielleicht ein bisschen skuril, aber sie hat mich immerhin bis auf die kurische Nehrung gebracht. Das Buch hab ich so geliebt und jetzt liegt es zu Hause auf meinem Nachttisch und ich hätte es gern hier.



So, nun werd ich langsam müde. Morgen früh geht es weiter nach Plunge, ein Zwischenstop auf dem Weg nach Riga. Vielleicht kann ich dort mein Boot in die Mijna lassen. Aber da es gerade anfängt zu nieseln kann das natürlich genau wie in Mikolajki ins Wasser fallen. Weiter gehts bei nächster Internetgelegenheit.

Dorlowo, Ostsee, Polen

28.-29.5.12
Heute bin ich in Polen eingereist. Direkt auf Usedom verläuft die Grenze, dann ging es mit der Fähre aufs Festland. Bei dieser kleinen Überfahrt habe ich die Vorzüge des Reisens mit eigener Toilette an Bord kennen gelernt. Der erste Gedanke war: ich fahre  ohne mein persönliches WC nirgendwo mehr hin. Tja an Luxus gewöhnt man sich ja bekanntlich doch sehr schnell und wer kennt es nicht das Grauen, alleine schon die Tür eines der Allgemeinheit zugänglichen Klos anfassen zu müssen, vom Rest wollen wir gar nicht sprechen...

Die Straßen in Polen sind auf ihre Art schrecklich. Mein Navi weiss natürlich nicht um ihren desolaten Zustand und scheucht mich über gruseligste Pisten, nicht ahnend, dass "wichtige Schnellstraße" in diesem Land einfach eine andere Bedeutung hat als bei uns.
Ob mein Boot das so gut wegsteckt weiss ich beim besten Willen nicht. Wahrscheinlich geht es einfach unter wenn ich es zu Wasser lasse. Ich könnte es ihm nicht verdenken.

Ich peile also einen Campingplatz an der Ostseeküste an. Als ich den Ort erreiche weiss ich nach einer Umrundung sofort, dass ich da nicht bleiben will und fahre einfach weiter. Blöd, hätte ich doch bloß einen Plan B. Aber es ist erst halb sechs und so schnell wird es ja nicht dunkel. Also rauf auf die nächste Landstrasse und weiterfahren nach Darlowo. Irgendwann erscheint auf der rechten Seite ein Schild mit Wohnmobil drauf und ich entschließe mich abzubiegen. Versuchen kann man es ja mal. Zur Not drehe ich um...nur wo...aber das wird schon werden.

Auf der schmalen Schotterstraße kommt mir irgendwann zu allem übel auch noch ein Auto entgegen. Der freundliche Fahrer hält an und fragt ob alles in Ordnung sei...ich denke seine Deutschkenntnisse reichen für eine ausführliche Erklärung meiner misslichen Lage  nicht aus und nicke einfach nur. Fünf Minuten weiter Richtung Niemandsland tut sich plötzlich zu meiner rechten Seite die Rettung auf.

Ein entzückend angelegter Garten mit ein paar reizenden Ferienhäuschen darauf sowie einer großen Wiese für Womos liegt dort in der Abendsonne und wartet auf mich. DAS hätte man HIER ganz bestimmt nicht erwartet. Ich hatte mich innerlich schon mit dem schlimmsten für die Nacht abgefunden. Tja manchmal kommt es eben anders, als man denkt. Das funktioniert allerdings in beide Richtungen, aber dazu später mehr. Ich miete mich also für schlappe fünf Euro inklusiv allem dort ein und schlafe ausgezeichnet.

Blick aus der Womo-Tür

Heute ist also schon der 5. Juni. Ich bin seit fast zwei Wochen unterwegs. Kommt mir gar nicht so vor.  Es ist eine Menge Zeit vergangen seit dem letzten Bericht, aber es ist auch nicht ganz so einfach mit dem Internet in Litauen. Also hole ich ein bisschen weiter aus und schließe die Lücke seit meinem letzten Besuch. Da ich meine Lieblingskorrekturleserin Maja nicht mitnehmen konnte, bitte ich nicht allzu streng auf meine Rechtschreibung und grammatikalischen Fehltritte zu achten...

24.5.-28.5.2012

Weiter geht es mit dem zweiten Stop.

Am Donnerstag bin ich dann also schon etwas angeschlagen Richtung Usedom gedüst. Inzwischen bin ich schon ganze 300 km weit weg von zu Hause. Die Halsentzündung hat einen rasanten Feldzug gegen mich geführt und leider gewonnen. Im Hinblick auf die Eingewöhnung ins Womo-Leben war das sicher gar nicht schlecht. Da es mir dermaßen mies ging, konnte ich mich über kleinere Übel kaum ärgern, es fehlte einfach an Energie. Auf Usedom habe ich mich in Zinnowitz auf einem Luxuscampingplatz für 4 Tage eingenistet. Viel hatte ich davon leider nicht, denn ich hing drei der vier Tage in der Koje und versuchte zu genesen. Im Krankenhaus wäre es wohl nicht viel teurer geworden, dafür waren meine Zimmer Nachbarn wahrscheinlich netter. Viel kann ich über Usedom also nicht sagen, aber das Wetter war super und das was ich gesehen habe hat mir gefallen. Den Campingplatz kann ich auch sehr empfehlen, geschäftstüchtig sind sie in jedem Fall, denn sogar für den Müll nehmen sie dort eine Pauschale von € 1,30 pro Tag.

Blick aus dem Womo
Der Strand
Tolles Wetter

Donnerstag, 31. Mai 2012


23.5.2012 Die Sachen sind gepackt und ich bin wider erwarten endlich los gefahren, wenn ich auch nicht besonders weit gekommen bin. Den ersten Stop habe ich in Bobitz eingelegt, Rastplatz No. 6. Das ist kurz vor Wismar und dürfte so etwa 120 km von Hamburg entfernt sein. Leider bin ich gesundheitlich schon etwas angeschlagen, aber immerhin unterwegs.